KÄMPFERINNEN*

KÄMPFERINNEN*

Frauen, Widerstand und Erinnerung in transnationaler Perspektive

Konferenz
10. Oktober 2026, 14:00 Uhr
Kapelle99, Boxhagener Straße 99, 10245 Berlin-Friedrichshain

Eintritt frei. Anmeldung erforderlich. Die Platzzahl ist begrenzt.
Konferenzsprache: Deutsch

English Summary:

PROGRAMM

14:00 Uhr Eröffnung und Keynote-Vortrag

14:45 Uhr Panel I — Geschichte: Formen des Kampfes von Frauen


Dr. Iwona Dadej ist Historikerin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Wissens- und Wissenschaftsgeschichte aus Geschlechterperspektive, der Geschichte sozialer Bewegungen und der Historiografie sowie in der Transfergeschichte. Zu ihren Monografien zählen Beruf und Berufung transnational. Deutsche und polnische Akademikerinnen in der Zwischenkriegszeit (fibre Verlag, 2019) und Habilitacja – bariera czy kariera? Porządek płci w polskiej kulturze akademickiej pierwszej połowy XX wieku (IH PAN/Neriton, 2022).


Susanne Schade studierte Politikwissenschaften, Slavistik und Osteuropäische Geschichte in Heidelberg und war anschließend in verschiedenen Kontexten innerhalb der poli-tischen Bildung tätig. Von 2012–2015 war sie Bildungsreferentin bei der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung (Fundacja „Krzyżowa“ dla Porozumienia Europejskiego) in Polen und beschäftigte sich intensiv mit dem Thema des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Anschließend war sie bei der Kreisau-Initiative e. V. in Berlin tätig und arbeitete freiberuflich für die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Seit 2022 ist sie wissenschaftlich-pädagogische Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und beschäftigt sich vor allem mit Organisationen, Gruppen und Personen, die sich in der Zeit der Weimarer Republik gegen den erstarkenden Nationalsozialismus und für Freiheit und Demokratie engagiert haben. www.gdw-berlin.de

15:45 Uhr Pause

16:00 Uhr Panel II — Erinnerung und das Recht, Geschichte zu erzählen

Dr. Jadwiga Kamola ist Ideenhistorikerin und Kuratorin. Sie konzipiert und leitet Ausstellungsprojekte sowie Veranstaltungen an Museen, Gedenk- und Forschungseinrichtungen. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Erinnerungskultur, deutscher Gewaltgeschichte, insbesondere mit dem Nationalsozialismus, Medizingeschichte sowie der jüngsten Migrationsgeschichte. Sie war als Kuratorin an zahlreichen Institutionen tätig, darunter am NS-Dokumentationszentrum München. Aktuell ist sie Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Medizinhistorischen Museum des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Als freiberufliche Kuratorin begleitet sie Projekte wie die Ausstellung „Kobiety“ (AT; Frauen) im Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit schreibt sie Lyrik, die von der Geschichte ihres Großvaters und ihrer eigenen Migrationsgeschichte inspiriert ist.

Dr. Jessica Bock, studierte Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Leipzig. Mit einem Stipendium der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur promovierte sie über „Frauenbewegung in Ostdeutschland. Aufbruch-Revolte-Transformation in Leipzig 1980‒2000“. Seit 2016 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Digitalen Deutschen Frauenarchiv. 2023 erschien mit Unterstützung der weiterdenken Heinrich-Böll-Stiftung-Sachsen e.V. ihre Studie Kontrollierte Selbstbestimmung. Der Schwangerschaftsabbruch in Sachsen von 1945-1990. Aktuell beschäftigt sie sich mit Frauen als (Mit-)Täterinnen im DDR-Sozialismus. (Bild: Marlen Schindler)

17:00 Uhr Pause

17:15 Uhr Panel III — Kunst, Aktivismus und zeitgenössische Kämpferinnen

Karolina Gembara ist bildende Künstlerin, Forscherin und Kuratorin. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Gender, Care-Arbeit, Erinnerung und gesellschaftliches Engagement. Sie ist Mitglied des Archive of Public Protest, eines Kollektivs, das zivilgesellschaftlichen Widerstand in Polen dokumentiert, darunter auch die Massenproteste von Frauen für reproduktive Rechte und Mitherausgeberin der Strike Newspapers. Gemeinsam mit dem Archiv wurde sie 2021 mit dem Spojrzenia-Preis der Zachęta – Nationalgalerie für Kunst ausgezeichnet und für den Paszport Polityki nominiert. In ihrer künstlerischen Praxis rückt sie die Erfahrungen von Frauen und die häufig unsichtbar bleibende Care-Arbeit in den Mittelpunkt. Ihr Fotobuch Fitting Rooms (2013) beschäftigt sich mit den Lebensrealitäten von Frauen ihrer Generation. 2025 kuratierte sie im Museum für Moderne Kunst in Warschau die Ausstellung „Her Heart“, die sich reproduktiven Rechten in Kunst und Aktivismus widmete. Derzeit schließt sie ihre Promotion über fotografische Strategien zur Schließung von Lücken in Archiven mithilfe der Methode der Critical Fabulation ab.

archiwumprotestow.pl

Lia Dostlieva ist eine ukrainische multidisziplinäre Künstlerin und Autorin an der Schnittstelle von bildender Kunst und Kulturanthropologie. Ihre Praxis beschäftigt sich mit Dekolonialität, generationenübergreifenden Narrativen, Erinnerung und Vertreibung. Ihre Arbeiten wurden u. A. im Nationalen Pavillon der Ukraine auf der 60. Biennale di Venezia, der Malta Biennale, Kyiv Biennial, Akademie der Künste, Kolumba Museum, Ludwig Museum, Lettischen Nationalen Kunstmuseum, Tbilisi Photography and Multimedia Museum und National Museum of Fine Arts in Bischkek gezeigt. Sie ist IAS CEU Budapest Open Society Fellow 2026/27, CEC ArtsLink International Fellow 2024, Alumna der Jan van Eyck Academie 2023 und war 2019 Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen. Ihre Texte erschienen im e-flux Journal, in Dwutygodnik, Eurozine und Kajet Journal; Publikationen bei Spector Books, TAVROS PRESS, Ist Publishing und Growing Pains. Dostlieva ist Mitglied der RUTA Association und Gründungsmitglied des Young Network TransEurope der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie Mitbegründerin und Co-Kuratorin des Barbara Baryżewska Studio in Poznań. Derzeit promoviert sie in Kulturanthropologie zu Lücken und Brüchen in (Her)Stories in vom russisch-sowjetischen Kolonialismus geprägten Gebieten.

www.liadostlieva.org

18:15 Uhr Abschlussdiskussion — Round Table

KÄMPFERINNEN Ausstellung

KÄMPFERINNEN* Polnische Frauen im Widerstand
Anna Krenz

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Anfahrt

Die Veranstaltung ist Teil des Jubiläumsprogramms Zwischen Berlin und Warschau — 35 Jahre Nachbarschaft, das anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen Berlin und Warschau sowie des Jahrestages des deutsch-polnischen Vertrags über gute Nachbarschaft ausgerichtet wird. Konzipiert und umgesetzt vom Deutschen Polen-Institut, in Zusammenarbeit mit agitPolska, der Ambasada Polek, dem Berlin Institute of Health an der Charité, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, der Europäischen Akademie Berlin, dem Gustav Seitz Museum sowie dem SprachCafé Polnisch. Das Projekt “Zwischen Berlin und Warschau – 35 Jahre Nachbarschaft” steht unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Kai Wegner. Gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.